Anwalt für Internationales Privatrecht in Holland

Sie haben einen juristischen Streit mit niederländischen Vertragspartnern? Dann ist es wichtig, sich vorab zu überlegen, welches Gericht zuständig und welches Recht anwendbar ist. Bei grenzüberschreitenden Sachverhalten wird das Internationale Privatrecht, auch (Europäisches) Kollisionsrecht genannt, herangezogen. Unsere niederländischen Anwälte für Internationales Privatrecht können bei deutsch-niederländischen Rechtsverhältnissen feststellen, ob deutsches oder niederländisches Recht anwendbar ist.

 

Wann kommt das Internationale Privatrecht zur Anwendung?

Das Internationale Privatrecht ist immer dann relevant, wenn es darum geht, in einem internationalen Rechtskontext festzustellen, ob deutsches, ausländisches oder internationales Recht gilt und ob Sie vor ein deutsches oder ausländisches Gericht ziehen müssen.

 

Praktische Beispiele für das Internationale Privatrecht:

  • Rechtsstreit zwischen deutschen und niederländischen Vertragspartnern
  • Rechnungen vom niederländischen Vertragspartner werden nicht bezahlt
  • Gelieferte Waren vom niederländischen Lieferanten sind mangelhaft
  • Sie beabsichtigen, ein niederländisches Unternehmen zu verklagen
  • Überprüfung, ob Sie vor ein deutsches oder niederländisches Gericht ziehen müssen
  • Überprüfung, ob deutsches oder niederländisches Recht gilt

 

Internationaler Gerichtsstand: Welches Gericht ist zuständig?

Zunächst muss das zuständige Gericht festgestellt werden. Wird ein falscher Gerichtsstand gewählt, dann kann sich das Verfahren um mehre Monate verzögern. Das Verfahren wird dann entweder an das zuständige Gericht weitergleitet oder Sie müssen das Verfahren beim zuständigen Gericht erneut anhängig machen.

Für ein Verfahren gegen eine Partei in den Niederlanden oder in einem anderen EU-Mitgliedstaat, bestimmt die Brüssel-Ia-Verordnung (EUVO 1215/2012), welches Gericht zuständig ist. Grundsätzlich gilt der Gerichtsstand am Wohnsitz des Beklagten. Allerdings kann durch den Erfüllungsort ein anderer bzw. zusätzlicher Gerichtsstand begründet werden oder die Parteien können sich auf einen Gerichtsstand einigen.
Ist die Gegenseite außerhalb Europas niedergelassen, muss überprüft werden, ob für den betreffenden Staat ein Abkommen gilt, mit dem der Gerichtsstand bestimmt werden kann. Ist das nicht der Fall, muss das Verfahren im EU-Mitgliedstaat des Beklagten anhängig gemacht werden.

 

Anwendbares Recht: Gilt deutsches oder niederländisches Recht?

Steht der Gerichtsstand fest, muss das anwendbare Recht beurteilt werden. Das anwendbare materielle Recht wird anhand des internationalen Privatrechts des zuständigen Gerichts festgelegt.

Jedes Rechtssystem kennt seine eigenen Regeln und Gesetze. Welches Recht anwendbar ist, kann deshalb für den Ausgang eines Rechtsstreits entscheidend sein.

Bei deutsch-niederländischen Rechtsverhältnissen muss festgestellt werden, ob deutsches oder niederländisches Recht anwendbar ist. In vertragsrechtlichen Angelegenheiten wird das anwendbare Recht aufgrund der EU-VO Nr. 593/2008 (Rom-I) festgestellt.
In schuldrechtlichen Angelegenheiten, z.B. bei unerlaubter Handlung, wird das anwendbare Recht laut der EU-VO Nr. 864/2007 (Rom-II) beurteilt. Allerdings gibt es dafür Ausnahmen. Bei internationalen Kaufverträgen zum Beispiel, gilt sowohl nach niederländischem als auch nach deutschem Recht oft das CISG (Contracts for the International Sale of Goods; UN-Kaufrecht) und ergänzend, das anzuwendende Recht einer der Vertragsparteien.

 

Deutschsprachiger Anwalt für Internationales Privatrecht in den Niederlanden

Unsere Amsterdamer Kanzlei Berlinger Advocaten hat sich auf die Beratung und Vertretung deutscher Mandanten in den Niederlanden spezialisiert. Wir verfügen über langjährige Erfahrung auf dem Gebiet internationaler Prozesse und der Beurteilung des Gerichtsstands und anwendbaren Rechts. Gern beraten wir Sie auf Deutsch. Wenden Sie sich unverbindlich an Rechtsanwalt Pieter D. Bosma: +31 20-491 9244 oder p.bosma@berlinger.nl